News

Aktuelles im Überblick

Innenstadt

Heiße Sommer, kühles Grün: Alzeyer Unternehmen sichern die Bewässerung in der Stadt


Wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, zählt für das Alzeyer Stadtgrün jeder Liter. Um Beete, Kübel und Jungbäume durch die Hitze zu bringen, leistet der Baubetriebshof täglich Schwerstarbeit. Unterstützung kommt jetzt aus der lokalen Wirtschaft: Zwei Alzeyer Betriebe teilen ihr gesammeltes Regenwasser und entlasten damit Trinkwasserreserven und städtische Kapazitäten.

An heißen Sommertagen kommt der Baubetriebshof früh raus. Die Fahrzeuge rollen durch das Stadtgebiet, bevor die Hitze ihren Höhepunkt erreicht. Denn Blumenbeete, Pflanzcontainer und Jungbäume in der Stadt brauchen dann besonders viel Aufmerksamkeit, um das Stadtbild attraktiv zu halten und für die dringend benötigte Abkühlung in den Straßen zu sorgen. Rund 4.000 Liter Wasser bringt das Team täglich ans Grün, wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern und der Regen ausbleibt. Keine leichte Aufgabe für die Mannschaft, wenn wieder mal viele Aufgaben parallel erledigt werden müssen – personell wie auch ressourcentechnisch.

Was die Arbeit in diesem Sommer erleichtert: Zwei Alzeyer Unternehmen stellen dem BBH kostenlos Regenwasser aus ihren Zisternen zur Verfügung. Die Firma Richard Wagner Kellereibedarf in der Albiger Straße und CoStorage in der Justus-von-Liebig-Straße haben jeweils eigene Regenwasserspeicher aufgebaut und teilen diese Kapazität während der Trockenphase mit der Stadt.

„Viel Grün und lange Trockenphasen – Wasser ist gerade in Rheinhessen keine Selbstverständlichkeit mehr, die unbegrenzt zur Verfügung steht. Zugleich sind die zahlreichen Nachpflanzungen, Neuanpflanzungen und Pflanzcontainer wichtiger denn je, damit es im Innenstadtbereich nicht nur schön, sondern im Rahmen der Möglichkeiten auch an heißen Sommertagen erträglich bleibt. Dass Alzeyer Unternehmen hier aus eigener Initiative anbieten, was sie haben, ist ein echtes Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl. Ein Einsatz, der Wirkung zeigt“, bedankt sich Bürgermeister Steffen Jung bei den beiden Unternehmen.

Das Zisternenwasser ergänzt die eigenen Kapazitäten des BBH und schont dabei kommunale Trinkwasserressourcen. Der Bewässerungsplan der Pflanzungen richtet sich nach Art, Alter und Standort der Pflanzen: Blumenbeete und Pflanzenkübel werden bei anhaltender Hitze alle zwei Tage gewässert, frische Neupflanzungen wöchentlich, Jungbäume bis zu drei Jahren alle 14 Tage. Das klingt nach Routine. Ist es aber nicht. Hinter jedem Liter fürs städtische Grün stecken Planung, Koordination und ein Team, das auch an heißen Tagen liefert, wenn die meisten Alzeyerinnen und Alzeyer in Büros oder Wohnungen Schutz vor Sonne und Hitze suchen.

Regen in Rheinhessen ist längst nicht mehr selbstverständlich. Die Unterstützung für den Baubetriebshof ist es für Pierre Zwilling, Kopf von CoStorage, aber sehr wohl: „Unsere Zisterne war von Anfang an als Teil eines nachhaltigen Betriebskonzepts gedacht. Dass das Wasser jetzt auch der Stadt zugute kommt, ist für mich eine logische Konsequenz. Denn Stadtgesellschaft funktioniert immer dann am besten, wenn jeder seinen Teil beiträgt.“

Das Beispiel der beiden Alzeyer Unternehmen zeigt, wie lokales Engagement und praktische Maßnahmen zur Klimaanpassung unkompliziert ineinandergreifen können – und das ganz ohne große Förderanträge.

zurück