Das Team des Babbel-Cafés in Dautenheim ist für sein herausragendes Engagement als „Ehrenamt des Monats Juni“ ausgezeichnet worden. Die Initiative, die als gemütlicher Treffpunkt im Dorfgemeinschaftshaus Menschen zusammenbringt, überzeugte durch ihre herzliche Atmosphäre und ihren wichtigen Beitrag zur sozialen Teilhabe im ländlichen Raum. Bei der feierlichen Übergabe der Auszeichnung unterstrich Landrat Heiko Sippel die Bedeutung des Projekts: „Es ist wunderbar gemütlich und einladend hier. Das gesamte Team strahlt ein Willkommen aus.“
Die Idee des Babbel-Cafés entstand aus einer nachdenklich stimmenden Erkenntnis beim örtlichen Adventsfenster: Die Dautenheimer bemerkten, dass sich die Menschen im Dorf oft nur noch bei Beerdigungen auf dem Friedhof trafen. Um dem entgegenzuwirken, gründeten vier engagierte Bürgerinnen im April 2023 das Babbel-Café als Angebot zum Plaudern und Spielen. Seitdem hat sich das Team aus heute neun aktiven Mitgliedern mehr als verdoppelt und alle Gründungsmitglieder sind noch mit vollem Einsatz dabei. Jeden Monat, meist montags von 14 bis 18 Uhr, verwandelt das Team das Dorfgemeinschaftshaus in ein einladendes Café mit gespendeten Kuchen, Torten und herzhafter Quiche. Durchschnittlich 25 bis 30 Teilnehmende nutzen das Angebot, das vor allem für ältere Bürger und Bürgerinnen ein fester Anlaufpunkt geworden ist. Ein ehrenamtlicher Abholservice sorgt zudem dafür, dass auch bewegungseingeschränkte Menschen problemlos am Dorfleben teilnehmen können.
Das Babbel-Café sei laut Sippel ein unverzichtbares Gegenmittel gegen den wachsenden Trend zur Einsamkeit, der längst alle Generationen betrifft. „Durch Einsamkeit entsteht Isolation, das soziale Miteinander schwindet, was direkte Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Das Babbel-Café ist essenziell für den Zusammenhalt im Dorf. Für unsere Gesellschaft ist die Arbeit dieser Ehrenamtlichen von unbeschreiblichem Wert“, betonte der Landrat. Das Angebot sei eine Plattform mit Zukunft, da der Bedarf an solchen Begegnungen weiter steigen wird.
Über das reine Kaffeetrinken hinaus bietet das Café wechselnde Themenschwerpunkte. Jedes Treffen steht unter einem vorab geplanten Motto, zu dem auch die Kulinarik passt. Die Palette reicht von Infoveranstaltungen wie „Sicher zu Hause“ mit der Polizei oder der Gemeindeschwester Plus über digitale Hilfen wie „Fit auf dem Handy und PC“ bis hin zu Bastelangeboten. Zudem integriert das Café die kleine Dorfbibliothek, die im März 2024 ins Dorfgemeinschaftshaus eingezogen ist.
Alzeys Bürgermeister Steffen Jung gratulierte zur verdienten Auszeichnung und zeigte sich zutiefst dankbar für den Einsatz der Ehrenamtlichen. Ortsvorsteherin Kornelia Kopf freute sich besonders über die Auszeichnung für die recht junge Gruppe, die ein so verlässliches, regelmäßiges Angebot auf die Beine stellt: „Es macht einfach Spaß und bringt für alle Beteiligten spürbar etwas. Jeder ist herzlich eingeladen.“
Das gesamte offene Konzept basiert auf Freiwilligkeit. Die Teilnahme und die Verpflegung sind kostenlos, die Gäste geben in die Spendenkasse, was sie können. Die Spenden decken die laufenden Kosten für Kaffee und Besorgungen exakt ab. Dass die Besucher freiwillig spenden, zeige laut Sippel, wie viel ihnen das Angebot wert sei. Er schloss mit einem passenden Zitat von Winston Churchill: „Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“
Gruppensprecherin Regina Buß gab das Lob direkt an das gesamte Team weiter: „Ein riesiges Dankeschön an alle. Es ist super, wie hier alle mit anpacken und mit welcher Freude und Selbstverständlichkeit das geschieht.“ Wer das Babbel-Café unterstützen und mit anpacken möchte, kann sich telefonisch unter (06731)41967 direkt bei Regina Buß melden.
Eine Meldung der Pressestelle der Kreisverwaltung Alzey-Worms.

