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Energiewende lokal gedacht: Stadt Alzey sieht großes Potenzial in Batteriespeichern


Wie kann die Energiewende vor Ort sicher, bezahlbar und praxistauglich gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadt Alzey intensiv. Ein wichtiges Thema dabei sind Großbatteriespeicher. Sie können helfen, Strom aus erneuerbaren Energien besser zu nutzen, das Netz zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit zu stärken.

Um sich dazu aus erster Hand zu informieren, nahm Klimaschutzmanager Marcel Klotz an einer Fachveranstaltung der EWR AG in Worms teil. Im Mittelpunkt standen Batteriespeicherlösungen im kommunalen Kontext. Der Eindruck aus Sicht der Stadt Alzey ist klar: Speichertechnologien sind ein wichtiger Baustein der Energiewende – ökologisch, technisch und wirtschaftlich.

Strom speichern und nutzen, wenn er gebraucht wird

Der in Worms vorgestellte Batteriespeicher zeigt, welche Möglichkeiten die Technologie heute bereits bietet. Solche Anlagen können überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und genau dann wieder ins Netz einspeisen, wenn Bedarf besteht. Das ist vor allem bei Wind- und Solarenergie wichtig, weil deren Erzeugung wetterabhängig ist.

„Dies ist gelebte Energiewende. EWR geht hier konsequent voran und zeigt eindrucksvoll, wie die Energiewende nachhaltig, mit Versorgungssicherheit und Preisstabilität gestaltet werden kann“, sagt Bürgermeister Steffen Jung.

Aus Sicht der Stadt Alzey liegt in Batteriespeichern ein zentraler Vorteil: Der Ausbau erneuerbarer Energien wurde in den vergangenen Jahren konsequent vorangetrieben. Umso wichtiger ist es, Stromerzeugung und Stromverbrauch flexibler aufeinander abzustimmen. Speicher schaffen genau diese Flexibilität. Sie können dazu beitragen, Lastspitzen abzufedern, das Stromsystem insgesamt robuster zu machen und bei entsprechendem Ausbau in Deutschland die Abhängigkeit vom Ausland und vom internationalen Strommarkt zu verringern. Mit dem ersten großen Stromspeicher in Worms kann die EWR AG 60 Megawattstunden Strom speichern und mit einer Leistung von fünf bis zehn großen Windkraftanlagen (30 MW) abgeben. Damit können zum Beispiel 1.200 Elektroautos vollständig und zeitgleich geladen werden. Weitere Projekte in Rheinhessen sind bereits konkret in Planung.

Großes Potenzial - auch für Bürgerinnen und Bürger

Für die Menschen in den Kommunen ist das Thema nicht nur technisch interessant. Batteriespeicher tragen maßgeblich zur Netzstabilität und zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien bei. Dabei hebt sich das EWR-Netz bereits heute durch eine überdurchschnittliche Versorgungssicherheit hervor, die im bundesweiten Vergleich als besonders gute Werte erzielt. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine verlässliche und preisstabile Energieversorgung.

Zugleich eröffnen sich wirtschaftliche Chancen. Wenn Strom gespeichert und gezielt zu passenden Zeitpunkten genutzt oder vermarktet wird, wie zu Zeiten mit negativen Strompreisen, verbessert das die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen. Davon können auch Kommunen profitieren, etwa durch zusätzliche Wertschöpfung am Standort in Form von Gewerbesteuereinnahmen bei großen Anlagen.

Zwar lösen Batteriespeicher nicht alle aktuellen Herausforderungen auf dem Energiemarkt, wie den gezielten Netzausbau. Sie sind aber ein sinnvoller Bestandteil eines modernen Energiesystems, das insbesondere in Rheinhessen verstärkt auf erneuerbare Energien setzt.

Stadt Alzey sieht konkrete Anknüpfungspunkte

Für die Stadt Alzey ergeben sich aus solchen Projekten wie dem Wormser Batteriespeicher interessante Perspektiven. Speicher könnten künftig dabei helfen, lokal erzeugten Strom noch besser zu nutzen – zum Beispiel aus Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden. Überschüsse, die tagsüber entstehen, könnten gespeichert und später eingesetzt werden, etwa für den Energiebedarf städtischer Liegenschaften in den Abend- und Nachtstunden. Das gelingt besonders gut im vorhandenen, städtischen Strombilanzkreis.

„Die Rahmenbedingungen der Bundesregierung sind enorm wichtig, um Batteriespeicher als tragende Säule der Energiewende vernünftig nutzen zu können. Wir sehen deutlich, dass die Entkopplung von Stromproduktion und Verbrauch für die Zukunft entscheidend ist – sowohl auf Ebene unserer kommunalen Gebäude als auch mit Blick auf Versorgungssicherheit und Preisstabilität im Bund“, so Bürgermeister Steffen Jung.

Auch Klimaschutzmanager Marcel Klotz betont die Bedeutung der Technologie: „Es war beeindruckend zu sehen, wie eng das Stromnetz europaweit zusammenarbeitet. Besonders deutlich wurde, dass ein regionaler Ausbau von Batteriespeichern die Versorgungssicherheit stärken und die Nutzung erneuerbarer Energien verbessert. Genau das macht diese Technologie auch für Kommunen wie die Stadt Alzey so interessant.“

Energiewende gelingt nur gemeinsam

Die Veranstaltung in Worms hat aus Sicht der Stadt Alzey vor allem eines gezeigt: Für viele Herausforderungen der Energiewende gibt es bereits konkrete und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die vor Ort und in der Region umgesetzt werden können. Entscheidend ist, dass Kommunen, Netzbetreiber und Unternehmen wie die EWR AG, Westnetz und Amprion im Austausch bleiben, um gemeinsam an praktikablen Konzepten zu arbeiten. Wichtig sind verlässliche Gesetzesgrundlagen des Bundes.

Für die Stadt Alzey ist dieser Blick über die eigene Verwaltung hinaus deshalb besonders wertvoll. Denn die Energiewende gelingt nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch gute Zusammenarbeit, verlässliche Rahmenbedingungen und den Mut, neue Lösungen im Gesamtkontext frühzeitig mitzudenken, wie Marcel Klotz ausführt.

Über die Veranstaltung:

Die Informationsveranstaltung „Batteriespeicherlösungen im kommunalen Kontext – Praxisblick & Faktencheck“ fand am 30. April 2026 im „EWR One“ in Worms statt. Veranstalter waren das EWR-Kommunalforum e. V. und die EWR Aktiengesellschaft. Im Mittelpunkt standen kommunale Chancen und Herausforderungen im Zuge der Energiewende.

Weitere Informationen unter www.ewr.de/one

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