Die vorläufigen Ergebnisse der Landtagswahl zeigen: Die SPD bleibt vor Ort entgegen dem Landestrend stärkste Kraft – sowohl bei den Wahlkreis- als auch bei den Landesstimmen – und Landtagsabgeordneter Heiner Illing kann sich im Wettbewerb um das Direktmandat durchsetzen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Ergebnisse in den einzelnen Stimmbezirken zum Teil deutlich voneinander, insbesondere bei der Wahlbeteiligung und der Stärke von AfD und CDU.
Wahlbeteiligung: Stadtteile besonders engagiert
Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in der Stadt Alzey einschließlich ihrer Stadtteile bei rund 64,9 % und damit fast 5 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung der vorangegangenen Landtagswahl 2021. In der Kernstadt traten 62,5 % der Wahlberechtigten an die Wahlurnen oder nutzten die Briefwahl. Das bedeutet: Die Wahlbeteiligung war insbesondere in den Stadtteilen recht hoch.
Am meisten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten die Bürgerinnen und Bürger in Heimersheim. Hier gaben 82,3 % aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. In Weinheim lag die Wahlbeteiligung insgesamt bei 73,9 % und in Dautenheim bei 71,2 %. In Schafhausen traten die wenigsten Wahlberechtigten an die Urne. Hier liegt die Wahlbeteiligung bei 66,3 %.
In der Kernstadt gehören die Stimmbezirke rund um die Feuerwache mit 66,7 % sowie die Albert-Schweitzer-Schule mit 63,7 % und die Kita Haus der Klänge mit 64,6 % zu den engagierteren Wahlbezirken bei dieser Landtagswahl. Zurückhaltend von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten die Wahlberechtigten im Stimmbezirk Nibelungenschule. Hier nutzten lediglich 55,8 % aller zur Wahl aufgerufenen Bürgerinnen und Bürger ihr Wahlrecht. Zum Vergleich: Die Wahlbeteiligung auf Landesebene beläuft sich auf 68,5 %.
Direktmandat: Heiner Illing behauptet sich
Bei den Wahlkreisstimmen kommt Heiner Illing (SPD) im gesamten Stadtgebiet (inklusive Stadtteile) auf 30,4 % und liegt damit deutlich vor Patrick Moll (CDU) mit 22,3 % und Sabine Capers (AfD) mit 22,6 %. Friederike Roll (Grüne) erreicht 7,3 %, Daniela Schmitt (FDP) 5,6 % der Stimmen. Heiner Illing kann sein Direktmandat damit klar behaupten.
Schaut man in die einzelnen Stimmbezirke, werden hingegen deutliche Unterschiede sichtbar:
In mehreren Urnenwahlbezirken der Kernstadt liegt die AfD bei den Wahlkreisstimmen vorne. So erreicht sie etwa im Stimmbezirk Nibelungenschule rund 35,5 % der Wahlkreisstimmen (SPD dort 27,5 %), in der Stadthalle 30,0 % (SPD 27,6 %) und auch in der Kita Haus der Klänge sowie an der Feuerwache erzielt die AfD jeweils knapp höhere Werte als die SPD. An der Albert-Schweitzer-Schule dagegen kann die SPD mit rund 31,3 % die AfD hinter sich lassen.
Ein anderes Bild zeigt sich bei der Auswertung der Briefwahlbezirke: Dort liegt der SPD-Kandidat durchgängig vorne, teils sehr deutlich. Besonders im Briefwahlbezirk der Feuerwache kommt die SPD bei den Wahlkreisstimmen auf rund 37,2 %, während die AfD hier 12,5 % der Stimmen erhält. Die CDU liegt in den Briefwahlbezirken zumeist auf Platz zwei, meist recht knapp hinter den Werten der SPD.
Die Briefwählerinnen und Briefwähler stärken damit vor allem SPD und CDU und dämpfen die mitunter hohen Ergebnisse der AfD an der Urne bei der Wahl um das Direktmandat.
In den Stadtteilen zeigt sich ein differenziertes Bild:
In Heimersheim kommt Heiner Illing auf rund 33,8 % der Wahlkreisstimmen, die CDU erreicht dort rund 25,1 %, die AfD bleibt mit knapp unter 20 % deutlich dahinter. In Weinheim (gesamt, inklusive Briefwahl) liegt die SPD mit knapp 30 % vorne, gefolgt von der CDU mit rund 26 % und der AfD mit gut 21 %. In Dautenheim kommt es bei den Wahlkreisstimmen zu einem engen Dreikampf: SPD, CDU und AfD liegen mit jeweils rund einem Viertel der Stimmen sehr nah beieinander. In Schafhausen ist die AfD mit gut 31 % stärkste Kraft bei den Wahlkreisstimmen, die SPD folgt mit knapp 29 %.
Unterm Strich lässt sich festhalten: Das Direktmandat für Heiner Illing stützt sich auf ein breites Fundament – gute Ergebnisse in den Briefwahlbezirken und in den Stadtteilen gleichen jene Kernstadtbereiche aus, in denen die AfD überdurchschnittlich abschneidet bzw. nach den abgegebenen Urnenstimmen die Nase vorn hat.
Landesstimmen: SPD in Alzey vor CDU – anders als im Land
Bei den Landesstimmen (Zweitstimmen) bestätigt sich das Bild einer vergleichsweise starken SPD in Alzey. Im gesamten Stadtgebiet (inklusive Stadtteile) erreicht die SPD 28,7 % der Landesstimmen und liegt damit entgegen des Landesergebnisses vor der CDU mit 24,6 %. Es folgen die AfD mit 23,0 % und die Grünen mit 7,1 %. FDP, Freie Wähler, Linke und weitere Parteien bleiben auch in Alzey im niedrigen einstelligen Bereich.
Vergleicht man diese Zahlen mit den landesweiten Hochrechnungen für Rheinland-Pfalz (CDU 30,7 %, SPD 25,8 %, AfD 19,9 %, Grüne 7,9 %, fällt auf:
- In der Stadt Alzey liegt die SPD deutlich vor der CDU.
- Die AfD liegt in Alzey leicht über ihrem landesweiten Niveau.
- Das Ergebnis der Grünen bewegt sich in Alzey etwa im Rahmen der erzielten Werte auf Landesebene.
Auch bei den Landesstimmen zeigen die Briefwahlbezirke ein besonderes Muster: SPD und CDU schneiden hier überdurchschnittlich gut ab, während die AfD unter den Briefwählerinnen und Briefwählern verhältnismäßig schwächer bleibt. Auch die Grünen sind unter den Briefwählenden beliebter und erzielen hier mitunter zweistellige Prozentwerte.
Die Analyse der einzelnen Stimmbezirke zeigt: Entgegen dem Landestrend kann sich die SPD in Alzey die meisten Stimmen sichern. Heiner Illing kann das Direktmandat behaupten, und die SPD kann sich auch bei den Landesstimmen vor CDU und AfD halten. Sowohl die Stimmenanteile der Grünen als auch von FDP, Freien Wählern und Linken fallen ähnlich wie im Landestrend aus. Keine dieser Parteien kommt in Alzey – wie auch auf Landesebene – über die Fünf-Prozent-Marke.
Bürgermeister Steffen Jung dankt dem gesamten Wahlteam in der Stadt Alzey und den ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern für ihre Unterstützung bei der Landtagswahl 2026: „Die hohe Wahlbeteiligung – gerade in unseren Stadtteilen – und der große Einsatz der rund 150 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zeigen, wie lebendig unsere Demokratie in der Stadt Alzey ist. Mein Dank gilt allen, die heute im Wahllokal oder per Briefwahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben und allen, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Unabhängig davon, wie man persönlich zur politischen Ausrichtung steht, ist klar: Jede abgegebene Stimme stärkt unsere demokratischen Institutionen in Rheinland-Pfalz.“

