Das beste Mango-Eis Deutschlands? Das gibt es in der Stadt Alzey. Genauer gesagt: am Obermarkt. Und dieses Eis ist nicht nur ausgezeichnet, sondern offenbar sogar einen echten Ferrari wert. Giuseppe Floris hat beim „6. Grand Prix Gelato Deutschland“ in Erfurt mit seinem Mango-Eis die Jury überzeugt, den ersten Platz in der Kategorie Fruchteis gewonnen und neben dem Wanderpokal sowie zwei Goldmedaillen auch einen Ferrari im Wert von rund 200.000 Euro mit nach Hause gebracht.
Dass es überhaupt zu dieser Erfolgsgeschichte kam, war allerdings eher einer spontanen Entscheidung zu verdanken. Eigentlich hatte Floris gar nicht vor, in diesem Jahr an dem Wettbewerb teilzunehmen. Weil für die Tage des Grand Prix schlechtes Wetter gemeldet war und deshalb mit weniger Betrieb in seinen Eisdielen in Wörrstadt und der Stadt Alzey zu rechnen war, entschied er sich kurzfristig doch für die Fahrt nach Erfurt.
Dort wartete eine Überraschung: 1.187 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum „Grand Prix Gelato“ angereist, um ihre Eiskreationen von einer Jury bewerten zu lassen. In den Kategorien Schoko- und Fruchteis traten Eis-Maestros aus dem In- und Ausland gegeneinander an. Aus dem ursprünglich geplanten Kurztrip wurde für Floris deshalb schnell ein langer und arbeitsreicher Wettbewerbstag.
Zunächst schaffte er es mit seiner Kreation unter die besten Zehn seiner Kategorie. Damit war klar, dass er am nächsten Tag noch einmal antreten musste. Für die Vorbereitung der Eissorten in den heimischen Eisdielen stand jedoch niemand bereit. Also fuhr Floris nach dem Wettbewerbstag zurück in die heimische Eisküche, bereitete alles für den Folgetag vor und machte sich anschließend erneut auf den Weg nach Erfurt zur Finalrunde.
Der Aufwand zahlte sich aus: Mit seinem Mango-Eis überzeugte Giuseppe Floris die Jury erneut und sicherte sich den ersten Platz im Fruchteis. Der Wanderpokal war ihm damit sicher.
Mit dem Hauptgewinn hatte der frischgebackene Eismeister aus Rheinhessen dennoch nicht gerechnet. Bereits zweimal hatte er in der Vergangenheit die Deutsche Meisterschaft gewonnen, beide Male brachte er eine Vespa mit nach Hause. Entsprechend groß war die Überraschung, als dieses Mal ein ganz anderer Preis auf ihn wartete.
„Ich hatte mich eigentlich schon auf die dritte Vespa eingestellt“, sagt Floris mit einem Schmunzeln. Als ihm dann der Schlüssel überreicht wurde, war jedoch schnell klar, dass dieser nicht zu einem original italienischen Motorroller gehören konnte. Noch größer wurde das Staunen, als die Abdeckung des Hauptgewinns entfernt wurde: Unter der Stoffhaube stand ein schwarzer Ferrari mit brauner Lederausstattung.
„Meine erste Frage war, wann ich ihn wieder zurückbringen muss. Nach einer Woche? Nach zwei?“, berichtet Floris. Doch der Ferrari ist tatsächlich sein Gewinn. Versicherung und Steuer für ein Jahr sind ebenfalls übernommen. Sogar italienische Kennzeichen gehören stilecht dazu.
Bürgermeister Steffen Jung gratuliert Giuseppe Floris herzlich zu diesem außergewöhnlichen Erfolg: „Dass ein Eis aus der Stadt Alzey die Jury begeistert, ausgezeichnet wird und dem Gewinner am Ende sogar einen Ferrari einbringt, ist eine besondere und kuriose Geschichte. Giuseppe Floris zeigt mit viel Können, Kreativität und Leidenschaft, was in der Stadt Alzey steckt. Zu diesem großartigen Erfolg gratuliere ich ihm ganz herzlich.“
Ob der Ferrari dauerhaft in seiner Garage bleibt, ist nach Angaben von Floris noch offen. Der gelernte Automechaniker mit italienischen Wurzeln, der in München aufgewachsen ist und bei Porsche gelernt hat, nimmt den Gewinn mit Humor. Mit Blick auf kommende Wettbewerbe sagt er augenzwinkernd, man müsse schließlich auch sehen, welchen Flitzer es im nächsten Jahr zu gewinnen gebe.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt Giuseppe Floris ohnehin nicht. Gemeinsam mit seinem Bruder plant er bereits das nächste außergewöhnliche Projekt: einen neuen Versuch für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Geplant ist das größte und schwerste Spaghettieis der Welt. Die organisatorischen Vorbereitungen laufen bereits. Fest steht schon jetzt, dass das Eis nach dem Rekordversuch für einen guten Zweck verkauft werden soll.
Auch über Erfurt hinaus sorgt der Erfolg bereits für Aufmerksamkeit. Nach dem Wettbewerb erhielt Floris eine Einladung nach Japan, um dort gemeinsam mit einem weiteren Eis-Maestro, der in Erfurt an den Start ging, Eis herzustellen.

