In seiner Sitzung am 25. März hat der Alzeyer Stadtrat wichtige Themen beraten, die viele Menschen in der Stadt direkt betreffen – vom Verkehr im Süden über die Situation in Kitas und Grundschulen bis hin zum Haushalt 2026 und dem beliebten Marktfrühstück. Außerdem gibt es ein wichtiges Signal für das neue Mobilitäts- und Verkehrskonzept.
Verkehr im Süden: Untersuchung soll Lösungen aufzeigen
Der Verkehr im Süden Alzeys nimmt spürbar zu – vor allem rund um Wormser Straße, Kaiserstraße, Römerstraße und Nibelungenstraße. Dort überlagern sich Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehr, was zu den Stoßzeiten regelmäßig für Rückstaus sorgt. Gleichzeitig stehen mit der Erweiterung der Rheinhessen-Fachklinik und dem Ausbau des Schulzentrums weitere Vorhaben an, die zusätzliches Verkehrsaufkommen mit sich bringen werden.
Der Stadtrat hat deshalb mehrheitlich beschlossen, gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine umfassende Verkehrsuntersuchung für den Südosten der Stadt zu beauftragen; zwei Ratsmitglieder stimmten dagegen, drei enthielten sich.
Die Studie soll Zählungen an wichtigen Kreuzungen durchführen, Verkehrsbeziehungen analysieren, das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch neue Nutzungen abschätzen, verschiedene Erschließungsvarianten durchrechnen, die Leistungsfähigkeit zentraler Straßen und Knotenpunkte bewerten und auf Basis eines Verkehrsmodells auch eine mögliche Südost-Umfahrung zwischen B 271 und L 409 untersuchen. Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 60.000 Euro, wovon der LBM die Hälfte übernimmt; für die Stadt verbleiben damit etwa 30.000 Euro, die im Haushalt bereits berücksichtigt sind.
Bürgermeister Steffen Jung betonte, dass eine mögliche Süd-Ost-Tangente oder Ortsrandstraße natürlich ihre Zeit brauche, bezüglich dem starken Verkehrsaufkommen in der Stadt jedoch was passieren muss: „Um am Ende entscheiden zu können, ob eine Umfahrung wirklich die Entlastung bringt, die wir brauchen und um hier gegebenenfalls in weitere Planungen einsteigen zu können, benötigen wir zuerst qualifizierte Untersuchungen.“ Die Verkehrsstudie soll diese Grundlage liefern – auch mit Blick auf das Wachstum von Fachklinik und Schulzentrum.
Kitas und Grundschulen: Große Herausforderungen – und viel Engagement
Auf Antrag der Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat die Verwaltung einen aktuellen Gesamtbericht zur sozialen und pädagogischen Situation in den städtischen Kitas und Grundschulen vorgelegt. Die Stadt Alzey ist Träger von 4 Kitas mit rund 450 Betreuungsplätzen, betreibt 3 Grundschulen mit etwa 700 Schülerinnen und Schülern und ist außerdem Bauträger von 4 Kitas in konfessioneller Trägerschaft.
Der Bericht macht deutlich, dass die pädagogischen Teams unter schwierigen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit leisten: Seit 2015 ist die Zahl der Kinder und Familien mit Migrationshintergrund durch EU-Zuwanderung und Geflüchtete stark gestiegen, was einen hohen Bedarf an Integration, Sprachförderung und sozialer Unterstützung mit sich bringt. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem fehlende Basiskompetenzen bei vielen Kindern, Sprachbarrieren, viele bildungsferne Familien mit und ohne Migrationshintergrund, zunehmende Verhaltensauffälligkeiten, Probleme bei der gesunden Ernährung im familiären Umfeld sowie verzögerte medizinische Begutachtungen bei beeinträchtigten Kindern und fehlende Integrationskräfte.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass Alzey in den vergangenen Jahren viel angestoßen hat – vom Förderprogramm „Soziale Stadt – Alzeyer Osten“ über den Neubau eines multifunktionalen Quartierszentrums bis hin zum Ausbau der Kita- und Schulsozialarbeit und weiteren innovativen Projekten in Jugend, Kultur und Soziales.
Bürgermeister Steffen Jung bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten und betonte, dass das in Bildung und Soziales investierte Geld gut angelegt ist: „Der Bericht zeigt eindrücklich, was die Teams Tag für Tag leisten, und macht deutlich, dass Alzey auf einem guten Weg ist – auch wenn die Herausforderungen sicher nicht weniger werden.“
Haushalt 2026 genehmigt – Kurs auf einen ausgeglichenen Etat 2027
Bürgermeister Steffen Jung informierte den Stadtrat darüber, dass der städtische Haushalt für das Jahr 2026 von der Kommunalaufsicht des Landkreises Alzey-Worms genehmigt worden ist. Die Investitionskredite sowie der Höchstbetrag der Kassenkredite wurden ohne weitere Auflagen bewilligt.
Eine Einschränkung gibt es lediglich bei einem möglichen Gesellschafterdarlehen an eine städtische Beteiligungsgesellschaft: Dieses darf ausschließlich für Investitionen verwendet werden, nicht für laufende Ausgaben.
Für das Jahr 2027 erwartet die Aufsichtsbehörde, dass die Stadt wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt. Mit der Genehmigung für 2026 hat Alzey Planungssicherheit – wichtige Investitionen können nun umgesetzt und neu begonnen werden.
Saisonstart Alzeyer Marktfrühstück: Ein Angebot weiter im Aufwind
Am Samstag, 4. April 2026, startet auf dem Obermarkt die Marktfrühstück-Saison mit dem inzwischen siebten Frühlingsfest. Damit beginnt ein Veranstaltungsformat, das sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Publikumsmagneten in der Innenstadt entwickelt hat.
Die „Marktwinzer“, ein Zusammenschluss von vier Alzeyer Weingütern, schenken von April bis Ende Oktober jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr ihre Weine auf dem Obermarkt aus. In diesem Jahr wird das Platzangebot nochmals erweitert: Neue Bierzeltgarnituren, Stehtische, Sonnenschirme und Sitzwürfel – überwiegend mit 90 % Fördermitteln aus dem Modellvorhaben „Innenstadtimpulse“ finanziert – sorgen dafür, dass mehr Menschen bequem Platz finden.
Das Frühlingsfest selbst bietet ein Programm für alle Generationen: Live-Musik mit „Chris Rock“, Hüpfburg für Kinder, Grillangebote, das „Kaethes-Kaffee-Mobil“ und eine kleine Oster-Überraschung.
Parallel dazu startet die Reihe „Markt-Event-Samstag“, jeweils am ersten Samstag im Monat mit einem eigenen Motto:
- Sa., 4. April 2026: Frühlingsfest
- Sa., 2. Mai 2026: Alles in Rot
- Sa., 6. Juni 2026: Römerzeit
- Sa., 4. Juli 2026: Der Ball ist rund
- Sa., 1. August 2026: Sommerflair
- Sa., 5. September 2026: Grumbeerzeit
- Sa., 10. Oktober 2026: Herbstfest
Ziel ist es, den Wochenmarkt weiter zu stärken und zusätzliche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt zu holen. Seit die Alzeyer Beteiligungsgesellschaft (ABV) im Mai 2023 die Organisation übernommen hat, hat sich der Wochenmarkt deutlich positiv entwickelt. Inzwischen bieten rund zehn Händler regelmäßig samstags von 7 bis 13 Uhr ihre Waren an.
Neu in dieser Saison ist außerdem eine „Alzeyer Wochenmarkt“-Tasche, die den Einkauf erleichtern und den Markt als Marke sichtbar machen soll. Sie wurde gemeinsam mit den Markthändlern entwickelt.
Um genügend Platz für Stände und Marktwinzer zu schaffen, gilt während der Veranstaltungssaison an den Marktsamstagen wieder ein Parkverbot auf der untersten Parkreihe des Parkplatzes Obermarkt.
Förderung für neues Mobilitäts- und Verkehrskonzept in Aussicht
Neben der konkreten Verkehrsuntersuchung im Süden gibt es ein weiteres wichtiges Signal im Bereich Mobilität: Das LEADER-Gremium hat angekündigt, das neue Mobilitäts- und Verkehrskonzept der Stadt mit 60 % der Gesamtkosten und maximal 150.000 Euro zu fördern
Für die Stadt bedeutet das: Ein großer Teil der konzeptionellen Vorarbeit für die künftige Verkehrssteuerung und Mobilitätsentwicklung kann mit Fördermitteln finanziert werden. „Ein gutes Zeichen, um auch dieses Thema jetzt anzugehen“, so Bürgermeister Jung.
Als nächster Schritt folgt die offizielle Antragstellung. Wenn der Förderbescheid vorliegt, kann die konkrete Arbeit am Mobilitäts- und Verkehrskonzept starten – ergänzend zur nun beschlossenen Verkehrsuntersuchung im Süden. „Beide Bausteine sollen helfen, Verkehr in Alzey langfristig besser, sicherer und verträglicher zu organisieren und zeitgemäße Mobilitätsangebote zu schaffen beziehungsweise zu fördern. Wenn wir uns tagtäglich das Verkehrsaufkommen – insbesondere in den Hauptverkehrszeiten – anschauen, ist klar, dass wir dieses Thema angehen müssen“, so Bürgermeister Steffen Jung .

