Mit dem Abschluss der kommunalen Förderprogramme für den Austausch von Kühl- und Gefriergeräten sowie für die Installation von Balkonsolaranlagen blickt die Stadt Alzey auf ein erfolgreiches Projektjahr 2025 zurück. Das Teilprojekt für Bürgerinnen und Bürger wurde im Rahmen der landesweiten KIPKI-Förderung (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation) mit insgesamt 31.250 Euro unterstützt. Eine umfassende Auswertung der Rückmeldungen aus der Bevölkerung und der statistischen Daten zeigt, dass das Programm nicht nur ökologisch sinnvoll war, sondern auch neue Standards in puncto Bürgerfreundlichkeit gesetzt hat.
Klimaschutz, Effizienz und Bürgernähe gehen Hand in Hand
Die statistischen Auswertungen verdeutlichen das enorme Einsparpotenzial in Alzeyer Haushalten. Zwischen dem 1. September 2024 und dem 15. Dezember 2025 wurden insgesamt 49 veraltete Kühl- und Gefrierschränke durch effiziente Neugeräte der Klasse D oder höher ersetzt. Bemerkenswert hierbei ist das Alter der ausgetauschten Geräte: Im Durchschnitt waren diese 28 Jahre alt. Das Spektrum reichte von einem Gerät aus dem Jahr 2009 bis hin zum „Spitzenreiter” aus dem Jahr 1975.
Durch diese Modernisierung sparen Haushalte jährlich bis zu 165 kWh Strom und 92 kg CO₂ pro Gerät ein. Ein besonderer Fokus der Förderung lag auf der sozialen Gerechtigkeit: Während die reguläre Förderung 30 Prozent der Kosten (maximal 250 Euro) betrug, konnten Bezieher von Bürger-, Wohn- oder Sozialgeld eine erhöhte Quote von 60 Prozent (maximal 500 Euro) in Anspruch nehmen. Die Stadt Alzey zahlte ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Fördersumme von 11.739 Euro aus. Bei insgesamt ausgelösten Investitionen von 44.333 Euro entspricht dies einem Hebel von 1 zu 3,8. Das bedeutet: Auf jeden Euro, den die Stadt den Antragstellern zukommen ließ, kommen 3,80 Euro private Investition.
Auch wenn die Amortisationszeit mit Förderung bei etwa 16 Jahren liegt, zeigt die durchschnittliche Betriebsdauer der Altgeräte von fast drei Jahrzehnten, dass ein Austausch über den gesamten Lebenszyklus hinweg sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll ist – auch nach Ablauf der städtischen Förderung.
Parallel zu den Kühlgeräten wurden 40 Balkonsolaranlagen gefördert. Mit einer mittleren Erzeugung von 880 kWh pro Jahr tragen diese maßgeblich zur lokalen Energiewende bei und entlasten die private Haushaltskasse um ca. 350 kWh pro Jahr. Mit einer städtischen Fördersumme von nur 3.800 Euro wurden private Investitionen von über 20.000 Euro ausgelöst, was einem beeindruckenden Hebelverhältnis von ca. 1:5,5 entspricht. Durch die städtische Unterstützung verkürzte sich die Amortisationszeit für die Bürger auf lediglich 3,8 Jahre. Dieses Verhältnis belegt, dass private Investitionen auch ohne städtische Förderung weiter sinnvoll sind.
Hohe Bürgerzufriedenheit mit der Verwaltung
Ein zentraler Bestandteil des Projektabschlusses war die Befragung der Teilnehmer. Das Feedback der Alzeyer Bürgerinnen und Bürger fiel dabei außerordentlich positiv aus:
- Exzellenter Service: Die Beratung durch die zuständigen Mitarbeitenden der Stadt wurde mehrfach als kompetent, freundlich und äußerst hilfreich hervorgehoben.
- Schnelligkeit der Prozesse: Viele Bürgerinnen und Bürger äußerten sich überrascht über die Geschwindigkeit der Abwicklung. In einigen Fällen erfolgte die Freigabe zur Anschaffung von Kühlschrank und Co. bereits innerhalb eines Tages nach Antragstellung.
- Geringe Hürden: Die verständlich formulierten Unterlagen auf der städtischen Website und der unkomplizierte, oft digitale Weg der Einreichung, wurden als vorbildlich bewertet.
Bürgermeister Steffen Jung sieht in den Rückmeldungen der Antragsteller eine Bestätigung der Verwaltungsarbeit: „Mit diesem Programm hat unsere Verwaltung eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie effizient, zuverlässig und bürgernah agieren kann. Ich danke den Verwaltungsmitarbeitenden für die Idee und die Umsetzung des Förderprogramms für Bürgerinnen und Bürger. Ebenfalls danken möchte ich den Antragstellern, die bereit waren, in energieeffiziente Kühlgeräte oder PV-Anlagen zu investieren. Gemeinsam mit dem städtischen Ausbau von PV-Anlagen legen wir den Grundstein, um unsere Klimaziele zu erreichen.“
Bilanz und Ausblick
Insgesamt lösten die 89 geförderten Maßnahmen private Gesamtinvestitionen von 65.230 Euro aus. Die geschätzte jährliche CO₂-Einsparung beläuft sich auf ca. 8,2 Tonnen. Die nicht benötigten Restmittel des Fördertopfs in Höhe von 15.711 Euro verfallen nicht, sondern werden für die PV-Anlage und den Stromspeicher der Kita „Haus der Klänge“ eingesetzt.
Eine direkte Neuauflage des städtischen Förderprogrammes ist derzeit nicht geplant. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden jedoch für dieses Jahr Service- und Beteiligungsangebote zum Thema „energetische Sanierung” vorbereitet. In diesen Planungen werden die wertvollen Impulse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt, wie etwa der Wunsch nach Förderungen für weitere Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen.

