Helm auf, Sicherheitsschuhe an – und rauf auf die Baustelle: Gemeinsam mit TST-Mitgeschäftsführer Marcel Bicking hat Bürgermeister Steffen Jung die Großbaustelle im Industriegebiet Ost besucht. Direkt neben dem neuen Werk von Lilly und dem Logistikzentrum von LTAA entsteht hier das nächste große Projekt auf der 78 Hektar großen Erweiterungsfläche.
Auch wenn auf der Baustelle innen wie außen noch mit Hochdruck gearbeitet wird und vor allem die Außenflächen und Zufahrten auf dem künftigen Firmengelände noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, geht es hier schneller los, als der erste Blick vermuten lässt. Während die Büroräume nach und nach fertiggestellt werden, die ersten Hochregallager im Inneren in die Höhe wachsen und auch die Verpackungslinien aufgebaut werden, geht es demnächst in Rekordzeit an den Straßenbau und die Fertigstellung der Infrastruktur. „Im Mai werden hier schon die ersten Lebensmittel angeliefert und verteilt“, sagt Bicking und schaut auf die vier bereits fertiggestellten Hallenschiffe.
38.000 Quadratmeter Logistik – und eine klare Haltung
Nach rund einem Jahr Bauzeit und einem halben Jahr vorbereitenden Erdarbeiten steht das neue Werk mit insgesamt rund 38.000 Quadratmetern Lagerfläche. Hinzu kommen etwa 1.400 Quadratmeter Büro- und Sozialflächen sowie 1.100 Quadratmeter Mezzaninflächen. Später werden hier mehr als 100 Personen beschäftigt sein oder eine Ausbildung im Bereich Logistik absolvieren. Die Hallenschiffe selbst verfügen über unterschiedliche Temperaturzonen, wodurch optimale Bedingungen für verschiedene Frischeprodukte wie Brot geschaffen werden. Diese landen von Alzey aus im Einzelhandel der Region. Tiefkühlware ist hier kein Thema.
„Wir kommen aus einer Ein-Mann-Geschichte: ein Lkw, viel Mut und große Ziele“, erzählt Bicking. Alles hat 1990 mit Firmengründer Frank Schmidt begonnen. Heute beschäftigt TST mehr als 3.500 Mitarbeitende an über 75 Standorten in Deutschland. Auf einer Lagerfläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmetern fungieren die TST-Standorte als Drehscheiben für Industrie- und Handelswaren. Der neue Standort in Alzey ist insbesondere für Lebensmittel ausgelegt. Doch auch andere Branchen können bei Bedarf künftig von dort aus bedient werden. „Unser Motto ist ganz klar: Klasse statt Masse. Wir wachsen organisch und setzen zwei bis drei neue Projekte pro Jahr um – gemeinsam mit unseren Kunden.” Eines davon ist derzeit in Alzey. Und das Projekt im Industriegebiet wird nicht das letzte in der Volkerstadt sein.
Das neue Logistikzentrum in Alzey löst den bisherigen, in die Jahre gekommenen Standort in der Karl-Heinz-Kipp-Straße ab. Mit 8.000 Quadratmetern zusätzlicher Fläche schafft der neue Standort gleichzeitig auch Raum für weiteres Wachstum. „Alzey ist für uns seit Jahren ein zentraler Standort: nah an unserer Zentrale in Worms und verkehrstechnisch optimal angebunden. Hier können wir bestehende Geschäfte ausbauen und neue Branchen integrieren – vom Handel bis zur Automobilindustrie.“
© Stadtverwaltung Alzey
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Moderne Infrastruktur – auch für Fahrer und E-Lkw
Doch nicht nur Ware und Vertrieb stehen hier im Fokus. Auf dem Gelände entstehen großzügige Außenbereiche mit einem durchdachten Yard-Konzept sowie rund 30 Lkw-Stellplätzen inklusive E-Ladeinfrastruktur. Zusätzlich wird eine eigene kleine Fahrerlounge mit Aufenthaltsmöglichkeiten und Sanitärräumen gebaut.
„Viele unserer Kollegen, die mit dem Lkw hierherkommen, sind bei TST direkt angestellt. Wir wollen, dass sich die Fahrer in ansprechender Umgebung entspannen können, statt nur den Motor auszumachen und zu warten“, so Bicking. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle: Eine große Photovoltaikanlage wird den Betrieb CO₂-neutral gestalten und den Strom für die Klimatisierung sowie die Ladeinfrastruktur für E-Lkw liefern.
Obwohl mit einem Generalunternehmer gebaut wurde, war die eigene Bauabteilung des Wormser Logistikers eng eingebunden. „Wir bauen nicht, um Rendite mit Immobilien zu machen. Unser Geld verdienen wir mit Logistik und fairen Preisen für unsere Kunden“, stellt Bicking klar. Er lobt dabei ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis: „Da wurde nicht lange diskutiert, sondern gemeinsam Hand in Hand Lösungen gefunden.“
Mehr Fläche, mehr Jobs, klare Perspektive
Durch den Umzug ins IG Ost steht das bisherige Gelände in der Karl-Heinz-Kipp-Straße für Abriss und Neubau zur Verfügung. Durch den neuen Standort in der IG-Erweiterung und den Neubau in der Karl-Heinz-Kipp-Straße wird TST in Alzey binnen zwei Jahren von rund 30.000 auf künftig fast 70.000 Quadratmeter Lagerfläche wachsen. Gearbeitet wird hier in einer fünf-Tage-Woche. nachts stehen die Standorte still. Der Abriss des alten Standorts ist für Sommer 2026 geplant.
Bürgermeister Steffen Jung zeigt sich beeindruckt von Tempo und Dimension des Projekts: „Was hier in so kurzer Zeit entstanden ist, kann sich sehen lassen. Das ist ein starkes Signal für unseren Wirtschaftsstandort.“ Ihm ist vor allem die langfristige Perspektive wichtig: „TST setzt auf nachhaltiges Wachstum und schafft qualifizierte Arbeitsplätze. TST ist gekommen, um zu bleiben. Und genau solche Unternehmen wollen wir in unserer Stadt.“

