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Aus dem Stadtrat: Alle Entscheidungen der jüngsten Sitzung im Überblick


In seiner Sitzung am 23. Februar hat der Alzeyer Stadtrat wichtige Entscheidungen für die Entwicklung unserer Stadt getroffen:

Quartierszentrum im Alzeyer Osten: Planung vorgestellt

Im Rahmen des Städtebaufördergebiets „Alzeyer Osten“ nimmt das geplante Quartierszentrum langsam Gestalt an – zumindest auf dem Papier. Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs ist eine multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle mit Sozial- und Gruppenräumen geplant. Das Projekt ist seit 2018 Teil des Maßnahmenkatalogs im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“.

Der alte Schlachthof wurde bereits vollständig abgerissen, um Platz für eine neue Multifunktionshalle zu schaffen. In enger Abstimmung mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wurde ein Bedarfsnachweis samt Raumprogramm erstellt und genehmigt. Damit sind die weiteren Planungsschritte freigegeben.

Der aktuelle Planungsstand wurde nun gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro vorgestellt. Geplant sind rund 2.370 Quadratmeter Nutzfläche, aufgeteilt in zwei Halleneinheiten, Umkleiden, Geräteräume sowie zusätzliche Räume für Vereine, Quartiersarbeit und Begegnung. Darüber hinaus sind Musik- und Aufenthaltsräume sowie ein großzügiger Eingangsbereich vorgesehen.

Bürgermeister Steffen Jung betont: „Das ist ein komplexes, aber sehr wichtiges Projekt für unsere Stadt. Wir überplanen das gesamte Areal des alten Schlachthofs und schaffen so ein echtes Zentrum für den Alzeyer Osten.“

So könnte das Quartierszentrum aussehen:

Das Ziel ist eine deutliche Aufwertung des Quartiers. „Hier entsteht ein Ort, der Sport, Schule, Kultur und soziales Leben miteinander verbindet“, so Jung. Die neue Halle wird perspektivisch auch für den Sportunterricht der Nibelungenschule genutzt. „Sobald die Halle steht, kann dort der Schulsport stattfinden. Danach gehen wir den nächsten Schritt und planen im Zuge der Schulsanierung die Mensa neu.“

Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf rund 13 Millionen Euro. Das Projekt soll mit insgesamt rund 8 Millionen Euro aus den Programmen der Städtebauförderung und der Schulbauförderung unterstützt werden. Derzeit werden die finalen Kosten ermittelt, um anschließend den Förderantrag zu stellen. „Wir sind bei den Fördermittelgebern bereits auf offene Ohren gestoßen. Aber wir müssen jetzt belastbare Zahlen vorlegen“, erklärt Jung. Der Baubeginn ist nach aktuellem Stand für Herbst 2028 vorgesehen, die Bauzeit soll weniger als zwei Jahre betragen. Nach der Fertigstellung des Quartierszentrums beginnt die Sanierung der Nibelungenschule. Beigeordneter Dr. Hans-Werner Stark dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz in den vergangenen Jahren und auch den Verantwortlichen des Ministeriums des Innern und für Sport, der ADD und der SGD Süd für die guten Abstimmungen. 

Ehrenamt des Jahres: Stadtrat modernisiert Ehrungswesen

Der Stadtrat hat die zweite Änderungssatzung zur Ehrung verdienter Personen einstimmig beschlossen und damit das städtische Ehrungswesen weiterentwickelt.

Neu eingeführt wird die Auszeichnung „Ehrenamt des Jahres“. Künftig wird einmal jährlich eine Einzelperson, eine Gruppe oder eine Initiative geehrt, die sich in besonderer Weise für die Allgemeinheit oder das gesellschaftliche Leben in Alzey engagiert. „Wir wollen das Ehrenamt in unserer Stadt noch sichtbarer machen und Menschen würdigen, die sich mit außergewöhnlichem Einsatz für andere starkmachen“, so Bürgermeister Jung.

Außerdem ist die Neuregelung der Rathausmedaille wichtig. Künftig kann diese nicht nur für ehrenamtliches Engagement, sondern auch für besonderen Einsatz für die Allgemeinheit oder besondere Verdienste um die Stadt Alzey verliehen werden. „Damit fassen wir den Anwendungsbereich klarer und zugleich weiter. Es geht um Menschen, die sich in besonderer Weise um unsere Stadt verdient gemacht haben.“

Zudem werden die Ehrungszeiträume unter anderem für Mitglieder von Hilfsorganisationen, Ratsmitglieder sowie Vereinsvorstände angepasst. Die Ehrung besonderer sportlicher Leistungen wird künftig in einer eigenständigen Satzung geregelt, da die Sportlerlinnen und Sportler seit dem Jahr 2023 in einer separaten Sportlerehrung ausgezeichnet werden. 

Interkommunale Zusammenarbeit beim Zufahrtsschutz

Um die Sicherheit bei Veranstaltungen zu erhöhen, setzt Alzey künftig auf interkommunale Zusammenarbeit. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Alzey-Land, Nieder-Olm, Wöllstein und Wörrstadt mobile Zufahrtssperren anzuschaffen.

Hintergrund sind die gestiegenen Anforderungen an den Schutz von Veranstaltungen wie dem Winzerfest vor dem unbefugten Befahren. Geeignete und zertifizierte Sperrsysteme sind jedoch sehr kostenintensiv. Durch eine gemeinsame Beschaffung können die Investitions- und Betriebskosten reduziert werden.

„Wenn alle Partner zustimmen, teilen sich fünf Kommunen die Kosten. Bei einer Förderung läge unser Eigenanteil bei rund 28.000 Euro“, erklärt der Bürgermeister. Sollte die Förderung nicht bewilligt werden, wird das Projekt nicht umgesetzt.

Es ist die Anschaffung von insgesamt 15 Sperrelementen geplant. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 280.000 Euro, wobei eine Förderung von bis zu 140.000 Euro möglich ist. „Gerade bei größeren Veranstaltungen brauchen wir einen verlässlichen Zufahrtsschutz. Mit der gemeinsamen Lösung schaffen wir die nötige Ausstattung, um zumindest bei kleineren Festivitäten effektiv und kostengünstig den Zufahrtsschutz zu gewährleisten. Durch die interkommunale Zusammenarbeit gehen wir dabei wirtschaftlich verantwortungsvoll vor“, so Jung weiter.

Die Verbandsgemeinde Wörrstadt übernimmt die Koordination sowie das Förderverfahren. Vorbehaltlich der Förderzusage und der Zustimmung aller Partner soll die Beschaffung im Herbst 2026 erfolgen.

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