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Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Alzey: Viel Einsatz, klare Aufgaben und gute Nachrichten beim Nachwuchs


Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alzey hat bei ihrer Generalversammlung auf ein forderndes Jahr 2025 zurückgeblickt – und dabei wurde schnell deutlich: Die Männer und Frauen der Wehr leisten Enormes. Fast 5.000 ehrenamtliche Stunden, 299 Einsätze, zahlreiche Übungen, Ausbildungsarbeit, Nachwuchsförderung und zusätzlich große Zukunftsaufgaben im Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz – all das stemmen die Einsatzkräfte neben Beruf, Familie und Alltag.

Begleitet wurde die Versammlung von der Feuerwehr- und Stadtkapelle der Stadt Alzey, die ebenfalls mit einer wichtigen Neuigkeit aufwartete: Nachwuchssorgen betreffen nicht nur die Aktiven der Feuerwehr. Auch die Kapelle sucht weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Deshalb soll künftig die Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule ausgebaut werden.

299 Einsätze und fast 5.000 Stunden Ehrenamt

Aus dem Jahresbericht des stellvertretenden Wehrleiters Marcel Krusch wurde deutlich, wie intensiv das Jahr 2025 für die Feuerwehr der Stadt Alzey erneut war. Insgesamt rückte die Wehr zu 299 Einsätzen aus. Dazu gehörten unter anderem 35 Gebäudebrände, 14 Fahrzeugbrände, 9 Flächenbrände sowie 42 Verkehrsunfälle. Auch Starkregenlagen, Umweltgefahren und kleinere Tierrettungen – darunter sogar ein Nutria in der Innenstadt – beschäftigten die Einsatzkräfte.

Besonders arbeitsreich war der Juli mit 44 Einsätzen in nur einem Monat. Vier Menschen und eine Katze konnten im vergangenen Jahr unter Beteiligung der Feuerwehr gerettet werden.

Hinzu kommt der hohe Ausbildungs- und Vorbereitungsaufwand: Die Feuerwehr leistete im vergangenen Jahr mehr als 1.700 Übungsstunden, knapp 1.500 Stunden im Einsatz und rund 1.600 Stunden für sonstige Aufgaben. Insgesamt sind das fast 5.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Feuerwehr ist handlungsfähig, doch Personal bleibt Thema

Wehrleiter Joachim Ganz machte in seinem Rückblick deutlich, dass die Feuerwehr der Stadt Alzey einsatzbereit und handlungsfähig ist. Einen personellen Notstand gebe es nicht. Gleichzeitig sei aber klar: Bei rund 300 Einsätzen im Jahr brauche es einen breiten und verlässlichen Personalstamm. Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner könne es deshalb nie genug geben.

„Wir sind handlungsfähig. Wir haben keinen Notstand – aber jeder Kamerad mehr entlastet das Ehrenamt“, machte Ganz deutlich.

Er dankte der Mannschaft ausdrücklich für die Leistung, die sie Jahr für Jahr unentgeltlich neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen erbringt. Zugleich sprach er offen an, wo die Herausforderungen liegen: Die personelle Entwicklung in der aktiven Wehr bleibe ein zentrales Thema.

Auch organisatorisch und strategisch steht in den kommenden Jahren einiges an. Der 2025 beschlossene Feuerwehrentwicklungsplan bringe eine große Aufgabenliste mit sich, sagte Ganz. Positiv sei aber, dass es für die Entwicklung der Wehren in der Stadt Alzey nun einen klaren Fahrplan gebe und die Politik die notwendigen Schritte unterstütze.

Ein weiteres großes Thema ist der Katastrophenschutz. Joachim Ganz verwies darauf, dass über viele Jahre Strukturen zurückgebaut worden seien, deren Fehlen heute spürbar werde. Ob Wärmeinseln, Evakuierungsräume oder andere Vorsorgemaßnahmen: Hier komme in den nächsten Jahren noch einiges auf Kommunen und Hilfsorganisationen zu.

„Zurückgebaut war schnell. Die Strukturen jetzt wieder aufzubauen hingegen ist schwer und kostet Zeit“, betonte der Wehrleiter.

Zugleich hob Ganz hervor, wie wichtig die enge Zusammenarbeit innerhalb der Stadt Alzey, mit den Stadtteilen und mit benachbarten Wehren ist. Das gilt auch für kreiseigene Fahrzeuge und Abrollbehälter, die von der Feuerwehr der Stadt Alzey gewartet und regelmäßig in Einsätze gebracht werden.


Erfolgreicher Tag der offenen Tür 2025

Ein besonderer Höhepunkt war 2025 der Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Alzey. Mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher kamen auf das Gelände. Für die Feuerwehr war die Veranstaltung ein großer Erfolg – aber auch ein echter Kraftakt, so Ganz.

Der Wehrleiter betonte, wie viel Planung, Vorbereitung und ehrenamtlicher Einsatz hinter einem solchen Tag stehen. Umso wichtiger sei das positive Feedback aus der Bevölkerung gewesen.

Gute Nachrichten aus der Jugendfeuerwehr

Erfreuliche Nachrichten brachte Jugendleiter Erik Rinnus mit. Die Jugendfeuerwehr der Stadt Alzey konnte im Jahr 2025 13 neue Mitglieder begrüßen. Allein 8 davon kamen nach dem Tag der offenen Tür zur Jugendfeuerwehr. Dem standen 6 Abgänge gegenüber – darunter 3 Jugendliche, die direkt in die aktive Wehr übernommen wurden. Das ist ein starkes Signal für die Nachwuchsarbeit und macht Mut für die kommenden Jahre.

Insgesamt leistete die Jugendfeuerwehr rund 80 Übungsstunden. Hinzu kamen viele weitere Stunden für Vor- und Nachbereitung. Auch daran zeigt sich, wie viel Engagement und Begeisterung für das Ehrenamt Feuerwehr bereits im Nachwuchsbereich steckt.

Dank, Anerkennung und große Aufgaben für die Zukunft

Bürgermeister Steffen Jung dankte den Feuerwehrangehörigen zu Beginn der Versammlung ausdrücklich für ihren Einsatz. Er machte deutlich, dass Worte wie Dank, Anerkennung und Wertschätzung zwar wichtig seien – der tatsächliche Einsatz der Ehrenamtlichen sich aber kaum vollständig in Worte fassen lasse.

„Was hier geleistet wird, ist nicht einfach in fünf Buchstaben zu packen. Was ihr leistet, ist viel mehr. Dahinter stecken Arbeit, Vorbereitung, Herzblut und eine enorme Verantwortung“, so Steffen Jung.

Mit Blick auf die aktuelle Lage betonte der Bürgermeister, dass die Stadt Alzey beim Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz weiter nachlegen müsse – auch wegen des anhaltenden Wachstums der Stadt. Neue Wohngebiete, steigende Einwohnerzahlen und nicht zuletzt das Industriegebiet Ost stellten die Blaulichtfamilie, allen voran die Feuerwehr, vor zusätzliche Aufgaben.

Eine zentrale Grundlage dafür ist die Feuerwehrbedarfsplanung. Dahinter steht ein Maßnahmenpaket in einer Größenordnung von 20 bis 30 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren investiert werden müssen.

Ein wichtiger Baustein dieser Planung ist ein weiterer Feuerwehrstandort im Industriegebiet. Derzeit läuft die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Ein Dank gilt schon jetzt der Feuerwehr in Dautenheim, die den neuen Standort später mit besetzen und betreuen soll. Auch im Stadtteil Weinheim stellt sich die Standortfrage, da das bestehende Gebäude in die Jahre gekommen ist.

Gleichzeitig machte Steffen Jung klar: Gebäude allein lösen das Problem nicht. Die personelle Entwicklung sei mindestens genauso wichtig.

Mehr Menschen für die Feuerwehr gewinnen

Genau hier setzt die Stadt Alzey in den kommenden Jahren verstärkt an. Steffen Jung betonte, dass es darum gehe, mehr aktive Mitglieder zu gewinnen und die Last auf mehr Schultern zu verteilen. Die Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr sei dabei ein wichtiger Baustein – ebenso wie die Ansprache von Erwachsenen für den aktiven Dienst.

Die Stadt Alzey steht dazu bereits in engem Austausch mit Arbeitgebern, um die Mitarbeit in der Feuerwehr besser mit dem Berufsalltag zu verbinden. So soll sichergestellt werden, dass auch während der Arbeitszeiten ausreichend ehrenamtliche Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Der geplante Standort im Industriegebiet eröffnet dabei neue Möglichkeiten. Auch mit der Rheinhessen-Fachklinik laufen Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

Für Steffen Jung ist klar: Je mehr Menschen sich in der Blaulichtfamilie engagieren, desto stärker wird nicht nur die Feuerwehr selbst, sondern auch das Bewusstsein für Vorsorge und Katastrophenschutz in der Bevölkerung insgesamt.

Feuerwehr- und Stadtkapelle setzt auf Zusammenarbeit

Auch die Feuerwehr- und Stadtkapelle der Stadt Alzey richtet den Blick nach vorn. Durch die künftige Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule sollen neue Musikerinnen und Musiker gewonnen und der Nachwuchs langfristig gestärkt werden. Damit setzt auch die Kapelle ein wichtiges Zeichen für Zukunftssicherung und Gemeinschaft.

Die Generalversammlung hat einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar die Freiwillige Feuerwehr für die Stadt Alzey ist. Sie hilft bei Bränden, Unfällen, Unwettern und vielen anderen Notlagen – zuverlässig, professionell und ehrenamtlich. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es gute Ausstattung, klare Planungen und vor allem Menschen, die mitmachen und sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Im Zuge der Generalversammlungen der Wehren in Alzey, Dautenheim und Weinheim standen auch in diesem Jahr wieder mehrere Verpflichtungen und Beförderungen auf dem Programm.

In der Feuerwehr Alzey:

  • Verpflichtungen: Marius Graute, Kjeld Bollmann, Philipp Butz, Steven André Köhler, Viktoria Bicking
  • Beförderungen: André Mertins vom Brandmeister zum Oberbrandmeister, Philipp Biegler vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Timo Spintler vom Löschmeister zum Brandmeister und Carsten Wagner vom Oberbrandmeister zum Hauptbrandmeister.
  • Bestellungen: Carsten Wagner zum stellvertretenden Wehrleiter, Timo Spintler und Torsten Müller zum Gruppenführer.

In der Feuerwehr Dautenheim:

  • Beförderungen: Philipp Petersohn vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Sophie Wagner von Feuerwehrfrau zur Oberfeuerwehrfrau, Kai Samstag vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann und Finn Korffmann vom Feuerwehrmann-Anwärter zum Feuerwehrmann.

In der Feuerwehr Weinheim:

  • Beförderungen: Kevin Berwind vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Jonas Mann vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Daniel Mayer vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Ellen Mayer von Feuerwehrfrau zur Oberfeuerwehrfrau, Anastasia Quint von Feuerwehrfrau-Anwärterin zur Feuerwehrfrau, Marco Ringeisen vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann und Fabian Schwarz vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann.


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