News
© Reiswich.Photography

Aktuelles im Überblick

Verkehr

Albert-Schweitzer-Schule setzt bei der Schulwegewoche auf Stempel statt Stoßstangen


Die morgendliche Lage in der Donnersbergstraße ist Schulleiterin Nadine Terwey-Schmitt schon länger ein Dorn im Auge. Kurz vor Schulbeginn halten Elterntaxis regelmäßig im absoluten Halteverbot, blockieren den Zebrastreifen oder drängeln sich an Schulbussen vorbei. Brenzlige Situationen vor der ASS sind wirklich keine Seltenheit. Entsprechende Elternbriefe und Hinweise wirken meist nur kurzfristig.

Seit Montag läuft deshalb wieder die Schulwegewoche an der Albert-Schweitzer-Schule. Hier geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch um einen tollen Preis und den Schulwegpokal. Die Regeln sind simpel: Wer zu Fuß, mit dem Rad, dem Roller oder dem Bus zur Schule kommt, bekommt von Terwey-Schmitt und ihrem Team aus Lehrkräften und Eltern einen Stempel auf den Handrücken gedrückt. Wer keinen hat, schaut entsprechend betröppelt – denn am Ende der Woche wird klassenweise ausgezählt. Die Klasse mit den meisten Stempeln gewinnt einen besonderen Preis.

Erziehung über die Kinder – und das funktioniert

Der Erziehungscharakter setzt erfahrungsgemäß schnell ein, weiß Terwey-Schmitt. Schon am Montagmorgen war der Unterschied spürbar: deutlich weniger haltende oder parkende Autos vor der Schule, dafür eine Schlange von Kindern, die auf ihren Stempel warten. In gelben Warnwesten stehen Eltern und Lehrkräfte an den Zufahrtswegen der Anlieger-frei-Straße und am Schuleinlass – und erinnern hartnäckige Elterntaxi-Fahrer daran, dass absolutes Halteverbot gilt und ein Verstoß gut und gerne 60 Euro kostet.

Wer trotzdem drängelt, bekommt das auch vom Team zu hören. Aber der entscheidende Hebel ist ein anderer: Die Kinder selbst wollen den Stempel. Und wer als Klasse gewinnen will, der redet zuhause mit den Eltern, so die Schulleiterin.

Sicherheit, Bewegung und ein bisschen Wettbewerb

Die Schulwegewoche findet seit einigen Jahren regelmäßig an der ASS statt – einmal im Jahr, in enger Zusammenarbeit mit der Elternschaft und den Lehrkräften. Auch der Kommunale Vollzugsdienst der Stadt Alzey ist im Laufe der Woche vor Ort und hat ein Auge auf die Situation.

Bürgermeister Steffen Jung machte sich am Montagmorgen vor Ort ein Bild von der Situation und unterstützt die Aktion: „Was Nadine Terwey-Schmitt und ihr Team hier machen, ist genau der richtige Ansatz: nicht mit dem Zeigefinger wedeln, sondern die Kinder selbst für das Thema begeistern. Wenn jeder Stempel zählt, funktioniert das besser als jedes Schild. Und ein bisschen Bewegung an der frischen Luft vor dem ersten Schulgong kann nur gut tun."

Klar ist dabei auch: Mit einer guten Woche allein ist es nicht getan. Die morgendliche Situation in der Donnersbergstraße bleibt eine Herausforderung. Die Schulwegewoche ist hierbei ein starkes Signal, das zeigt: Es geht auch anders.

Eigens für die Schulwegewoche haben die Kinder-Reporter der ASS auch eine Podcastfolge aufgenommen. Was sie von der morgendlichen Situation vor ihrer Schule halten, was sie selbst schon an brenzligen Situationen erlebt haben und was hinter dem kleinen Wettbewerb steckt, gibt es hier zum Nachhören: Zum Podcast

Noch bis Freitag, 31. Oktober, läuft die Schulwegewoche an der Albert-Schweitzer-Schule.

zurück