Wer auf Alzeys Straßen einem Dienstfahrzeug der Stadtverwaltung begegnet, soll künftig zweimal hinschauen – und zwar nicht wegen eines Schadens oder so, sondern wegen einer klaren Botschaft: „Mind. 1,5 m". Ein gelb-schwarzes Piktogramm mit Auto, Fahrrad und Doppelpfeil dazwischen macht unmissverständlich deutlich, wie viel Platz Radfahrende innerorts beim Überholen mindestens brauchen.
Die Idee stammt vom ADFC Ortsverein Alzey und Umgebung, der den Anstoß für die Aktion gegeben hat. In Abstimmung mit der zuständigen Abteilung der Stadtverwaltung wurden die Aufkleber bestellt und werden nun nach und nach auf alle städtischen Fahrzeuge angebracht.
Was 1,5 Meter wirklich bedeuten
Die Botschaft des Aufklebers ist dabei keinesfalls willkürlich gewählt: Denn seit dem Jahr 2020 steht es schwarz auf weiß in der Straßenverkehrsordnung. Wer innerorts ein Fahrrad überholt, muss mindestens 1,5 Meter seitlichen Abstand halten – außerorts sogar 2 Meter. Davor war im Gesetz nur von einem „ausreichenden" Abstand die Rede. Eine Formulierung, die im Alltag zu gefährlich knappen Überholvorgängen und brenzligen Situationen führte.
Wie viel 1,5 Meter tatsächlich sind, lässt sich anschaulich erklären: Ausreichnd Abstand hält, wenn zwischen Auto und Fahrrad noch ein weiteres Kleinfahrzeug passt. Fehlt dieser Abstand, reicht ein kurzes Ausweichmanöver, eine Bodenunebenheit oder ein unerwartet geöffnete Autotür parkender Fahrzeuge, um Radfahrende in ernste Gefahr zu bringen.
Ein Signal, das fährt
Die Dienstfahrzeuge der Stadt Alzey sind täglich im gesamten Stadtgebiet unterwegs und machen damit ohne zusätzlichen Aufwand auf ein Thema aufmerksam, das jeden Verkehrsteilnehmenden betrifft. Ähnliche Kampagnen gibt es bereits in anderen Kommunen und bei Polizeidienststellen. Alzey schließt sich dieser bewährten Idee nun an.
Bürgermeister Steffen Jung begrüßt die Initiative ausdrücklich: „Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat ein Recht auf sicheren Abstand. Mit den Aufklebern auf unseren Dienstfahrzeugen setzen wir ein sichtbares Zeichen im Alltag und leisten unseren Beitrag zu mehr Rücksicht und Sicherheit im Straßenverkehr. Ich freue mich, dass die Anregung dazu vom ADFC kam. Das zeigt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und ehrenamtlichem Engagement in Alzey funktioniert."

