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Klimaschutz

Der nächste Schritt: Stromspeicher für die Obdachlosenunterkunft in Alzey


Erst die Solaranlage, jetzt der Speicher: Die Stadt Alzey geht bei der Energieversorgung ihrer Obdachlosenunterkunft konsequent den nächsten Schritt. Seit Herbst 2024 erzeugt eine leistungsstarke 40,85-kWp-Photovoltaikanlage mit 95 Solarmodulen auf dem Dach der Unterkunft in der Albiger Straße sauberen Strom. Nun wurde die Anlage mit drei Batteriespeichertürmen mit einer Gesamtkapazität von 38,7 kWh ausgebaut. Damit kann der erzeugte Solarstrom noch umfassender direkt vor Ort genutzt werden.

Die Obdachlosenunterkunft ist damit das derzeit energiesparendste, intensiv genutzte Gebäude der Stadt.

Von der Solaranlage zum Energiesystem

Als die Photovoltaikanlage im Herbst 2024 in Betrieb ging, war das bereits ein Meilenstein: Mit 95 Solarmodulen und drei Wechselrichtern war sie bei Einweihung die größte kommunalen Anlagen in Alzey. Durch den hohen Strombedarf des Gebäudes, das günstige Lastprofil und eine Luft/Wasser-Wärmepumpe rechnet sich die Anlage in weniger als zehn Jahren. Geplant und bis zur Umsetzung betreut wurde das Projekt damals vollständig von städtischen Mitarbeitenden.

Mit dem jetzt installierten Batteriespeicher schließt sich der nächste logische Schritt an: Was tagsüber produziert wird, aber gerade nicht verbraucht werden kann, wandert nicht mehr ins Netz, sondern in den Speicher. Der vor Ort erzeugte Strom steht dann abends und nachts zur Verfügung. Möglich macht das nun auch ein intelligentes Energiemanagementsystem, das alle Komponenten des Gebäudes aufeinander abstimmt.

Drei Türme, ein Ziel: mehr Eigenverbrauch

Einer der Batteriespeichertürme in der Obdachlosenunterkunft Alzey.

Die drei Speichertürme mit jeweils 12,9 kWh wurden in einem separaten Gebäudeteil außerhalb des Wohnbereichs installiert – räumlich klar getrennt und sicher integriert. Umgesetzt hat das Projekt das Alzeyer Unternehmen Gasser. Die Konzeption des Gesamtprojekts lag beim Klimaschutzmanager der Stadt Alzey, Marcel Klotz.

Bereits heute zeigen sich die Effekte deutlich: Gerade in den Sommermonaten muss für das Gebäude kaum Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden. Der tagsüber erzeugte Solarstrom steht durch die Kombination aus Photovoltaikanlage und Speicher auch dann zur Verfügung, wenn die Sonne längst untergegangen ist.

Intelligent gesteuert – bis ins Detail

Damit das System wirklich optimal funktioniert, hat der Energiemanager der Stadt Alzey, Michael Börner, ein intelligentes Energiemanagementsystem für das Gebäude eingerichtet. Es koordiniert alle Komponenten so, dass der vorhandene Solarstrom bestmöglich genutzt wird: den Wärmepumpenbetrieb für die Warmwasserbereitung, das Überschussladen, die Wärmepumpe für das Heizungswasser, den Batteriespeicher und den direkten Stromverbrauch.

Das System entscheidet dabei laufend, was gerade sinnvoller ist: überschüssigen Solarstrom für die Wärmeerzeugung nutzen oder ihn in den Batteriespeicher einspeisen. Und das nicht nur im Sommer: Auch in der Übergangszeit und im Winter trägt die Speicherlösung dazu bei, den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Energieversorgung des Gebäudes intelligent zu steuern.

„Die Kombination aus Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und intelligentem Energiemanagement ermöglicht es uns, den vor Ort erzeugten Solarstrom bestmöglich selbst zu nutzen. Dadurch reduzieren wir den Strombezug aus dem Netz und steigern zugleich die Energieeffizienz des Gebäudes", erklärt Energiemanager Michael Börner.

Vollständig durch Fördermittel finanziert

Ein besonderes Highlight: Das Projekt kostet die Stadt Alzey keinen einzigen Euro aus dem städtischen Haushalt. Aus dem Klimawettbewerb des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, den die Stadt Alzey gewonnen hat, fließen 6.000 Euro in das Vorhaben. Die verbleibenden Kosten übernimmt die Landesförderung KIPKI – das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation des Landes Rheinland-Pfalz, über das bereits alle in den vergangenen zwei Jahren entstandenen Photovoltaikanlagen auf den städtischen Liegenschaften gefördert wurden.

Bürgermeister Steffen Jung betont: „Wir wollen Klimaschutz in Alzey nicht nur beschließen, sondern konkret umsetzen. Das Projekt an der Obdachlosenunterkunft zeigt beispielhaft, was möglich ist, wenn wir vorhandene Photovoltaik mit moderner Speichertechnik und einem intelligenten Energiemanagement verbinden. Besonders erfreulich ist, dass wir die Maßnahme vollständig über Fördermittel finanzieren können. So investieren wir in mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, ohne den städtischen Haushalt zusätzlich zu belasten. Doch auch ohne Förderung wäre dies ein wirtschaftliches Vorhaben. "

Klimaschutzmanager Marcel Klotz ergänzt: „Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Energien, moderne Speichertechnik und ein intelligentes Energiemanagement sinnvoll miteinander verbinden lassen. Besonders erfreulich ist der langfristig wirtschaftlich positive Effekt dieses Projekts."

Alzey setzt den Kurs fort

Die Obdachlosenunterkunft ist kein Einzelfall, sondern Teil einer konsequenten Strategie: Die Stadt Alzey baut den Photovoltaikausbau auf städtischen Gebäuden seit 2024 systematisch aus.

Mit dem Stromspeicher an der Obdachlosenunterkunft setzt die Stadt Alzey ein weiteres, konkretes Zeichen: Klimaschutz bedeutet nicht nur neue Anlagen bauen, sondern das, was bereits vorhanden ist, noch smarter und effizienter zu nutzen.

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