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Ein Bücherschrank für alle – Der Alzeyer Stadthallenplatz wird zum "Platz der Literatur"


Alzey bekommt eine neue literarische Adresse. Auf dem Stadthallenplatz am südöstlichen Rand der Innenstadt steht seit Kurzem ein öffentlicher Outdoor-Bücherschrank – lange gewünscht, kostenfrei zugänglich, für alle da und rund um die Uhr geöffnet. Er ist der erste sichtbare Schritt einer größeren Idee: Der Stadthallenplatz soll zum „Platz der Literatur" werden – einem Ort, der Alzeys besondere Verbindung zur Literatur und zur Alzeyer Autorin Elisabeth Langgässer ins Stadtbild trägt.

Der Schrank bietet Platz für rund 400 Bücher. Den Anfang macht ein Grundbestand von 150 neu erworbenen Büchern – darunter Werke von Elisabeth Langgässer, der Schriftstellerin und Tochter Alzeys, sowie Bücher der bisherigen Trägerinnen und Träger des nach ihr benannten Literaturpreises. Dazu kommen Romane, Sachbücher und Kinderbücher. Der Rest des Platzes im Schrank ist bewusst freigehalten – damit Bürgerinnen und Bürger eigene Bücher beisteuern können. Denn der Schrank lebt von denen, die ihn nutzen und so ihre Lieblingsbücher mit anderen teilen.

Nehmen, bringen, schmökern – so funktioniert's

Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer ein Buch mitnehmen möchte, nimmt es einfach mit. Wer eines loswerden will, das er für lesenswert hält und an dem andere teilhaben sollen, stellt es rein. Wer Lust hat, setzt sich gleich vor Ort hin und liest – denn an Sitzmöglichkeiten mangelt es auf dem Stadthallenplatz wahrlich nicht. Neben der Elisabeth-Langgässer-Bank und den bestehenden Sitzbereichen kamen 2025 auch neue bepflanzte Sitzmöbel aus Cortenstahl und Holz hinzu. Kein Zufall: Denselben Cortenstahl greift der Bücherschrank in seinem Design auf – so entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das zeigt, dass hier kein einzelnes Möbelstück aufgestellt wurde, sondern ein durchdachtes Konzept nach und nach Gestalt annimmt.

Damit das Angebot dauerhaft attraktiv bleibt, kümmern sich freiwillige Schrankpatinnen und Schrankpaten darum, dass die Bücher ordentlich sortiert sind und beschädigte Exemplare aussortiert werden. Sie sind auch erste Anlaufstelle für Buchspenden aus der Bevölkerung – erste Anfragen gibt es bereits. Wer Fragen oder Anregungen hat, erreicht die Paten per E-Mail unter buecherschrank@alzey.de.

Ein Schrank, der hält – und passt

Bei dem aufgestellten Bücherschrank handelt es sich um ein Outdoor-Modell der Firma Urbanlife – ein bewährtes Produkt, das in zahlreichen deutschen Großstädten bereits im Einsatz ist und sich in Sachen Standfestigkeit und Haltbarkeit bewährt hat. Das hohe Eigengewicht des Schranks und ein sandgefüllter Sockel sorgen dafür, dass er sicher steht. Die verwendeten Materialien garantieren eine langlebige Nutzung.

Möglich gemacht hat das Projekt das Landesförderprogramm „Innenstadt-Impulse" des Ministeriums des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz sowie die Neujahrsspenden der EWR AG und der Volksbank Alzey-Worms. Bürgermeister Steffen Jung freut sich über das Ergebnis: „Der Bücherschrank ist ein niedrigschwelliges, offenes Angebot für alle – unabhängig vom Geldbeutel oder der Herkunft. Gleichzeitig stärkt er das, was Alzey ausmacht: eine lebendige Verbindung zur Literatur und zur Alzeyer Autorin Elisabeth Langgässer, die wir jetzt noch deutlicher – und ganz buchstäblich – auf den Platz bringen."

Mehr folgt: Der Platz der Literatur nimmt Gestalt an

Der Bücherschrank ist ein markanter Auftakt – aber noch nicht das Ende. In den kommenden Monaten werden auf dem Stadthallenplatz 13 Bronzetafeln in den Boden eingelassen – als dauerhafte Erinnerung an die bisherigen Trägerinnen und Träger des Elisabeth-Langgässer-Literaturpreises, von Luise Rinser über Christa Wolf und Rafik Schami bis hin zu Daniel Kehlmann und Nora Bossong. In Kombination mit den neuen Sitzmöbeln, mobilem Grün, der Brunnenanlage und der bald beginnenden Bewirtung der sanierten Stadthalle entsteht so Schritt für Schritt ein Ort, der Geschichte, Literatur und öffentliches Leben auf dem Stadthallenplatz miteinander verbindet.

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