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Kunst

Ausstellung im Burggrafiat: „Mixing Colours – von Aquamarin bis Zitronengelb"


Die Stadt Alzey hat die letzte Vernissage des Jahres gefeiert: Im Burggrafiat, der traditionsreichen Kunstgalerie in der Schlossgasse 11, haben Christine Guschker und Brigitte Fischer ihre gemeinsame Ausstellung „Mixing Colours – von Aquamarin bis Zitronengelb" eröffnet. Wer den Raum betrat, wurde sofort von intensiven, lebendigen und einladenden Farben empfangen.

Bürgermeister Steffen Jung begrüßte die Gäste: „Letztes Wochenende haben wir noch gemeinsam unser Winzerfest gefeiert, heute kommen wir hier zu Kunst und Kultur zusammen. Ganz unterschiedliche Anlässe, und doch ähnlicher als man denkt. Denn im Kern geht es darum, die Menschen zusammenzubringen." Genau das, so Jung, macht solche Begegnungsorte wie die Alzeyer Kunstgalerie so wertvoll. Gerade in einer Zeit, die schnelllebiger und teils rauer geworden ist. "Kultur schafft den Raum, um innezuhalten, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas zu erleben. Dabei muss man Kunst nicht gleich sehen oder gleich empfinden: Unterschiedliche Sichtweisen gehören ausdrücklich dazu." Mit diesen Worten lädt Bürgermeister Steffen Jung alle Alzeyerinnen und Alzeyer sowie Kunstfreunde herzlich zum Besuch ein.

Zwei Handschriften, eine Sprache: die Farbe

Christine Guschker, 1966 in Sindelfingen geboren, bringt eine ungewöhnliche Kombination mit: Malergesellen­brief, Diplom in Farb-Design und jahrzehntelange Erfahrung als Designerin. Seit 2018 widmet sie sich intensiv der freien Malerei. Ihre Werke entstehen in einem intuitiven, vielschichtigen Prozess: Acryl, Ölpastelle, Kohle, Sand, Asche, Tusche und Pigmente kommen zum Einsatz. Am Anfang steht immer die Farbe, die Bildentwicklung folgt dem Moment. Mal gegenständlich, mal abstrakt. Was entsteht, entscheidet sich im Malen selbst. Ihre Inspiration findet sie in Fundstücken auf der Straße, Papierfetzen an Werbetafeln oder den Farbstimmungen ihrer vielen Reisen. Als Kunstdozentin an der VHS Neustadt und Mitglied im Kunstverein Neustadt/Weinstraße ist sie fest in der regionalen Kunstszene verwurzelt.

Brigitte Fischer, lange in Neckargemünd bei Heidelberg beheimatet und inzwischen in Lindenberg in der Pfalz ansässig, verfolgt in ihrer Malerei zwei deutlich unterscheidbare Linien: Im Figürlichen begegnen Menschen und Tiere einander in surrealistischer Beziehung – dem Betrachter zugewandt wie auf einer Theaterbühne. In ihren abstrakten Kompositionen hingegen entsteht das, was die Künstlerin selbst den „Klang des Lichts" nennt: Farbklänge in hellen Räumen, Poesie ohne Worte. Vergleichbar mit einer Musikkomposition. Musik ist für Fischer nicht nur Begleitung beim Malen, sondern Inspiration und Strukturprinzip zugleich. Ihr künstlerisches Denken folgt der Intuition, das Bild entsteht aus einer energetischen Balance zwischen Empfinden und sofortiger Reaktion.

Dank gilt denjenigen, die Kultur erst möglich machen

Ein besonderer Dank galt an diesem Abend Heike Ganz, die die Ausstellung im Hintergrund organisiert und koordiniert und damit die verwaltungsseitige Abwicklung der Galerie trägt. Ebenso herzlich bedankte sich Bürgermeister Steffen Jung bei den Ehrenamtlichen im Burggrafiat. Ohne deren Einsatz könnte die Galerie nicht regelmäßig für Besucher geöffnet werden. Jung brachte es auf den Punkt: „Kultur lebt eben nicht nur von denjenigen, die sie schaffen, sondern auch von denjenigen, die sie möglich machen."

Besondere Gelegenheit: Führung mit den Künstlerinnen

Wer die Ausstellung mit persönlicher Begleitung erleben möchte, hat am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 15 bis 18 Uhr die Gelegenheit dazu: Christine Guschker und Brigitte Fischer sind dann persönlich vor Ort und führen Interessierte auf Wunsch durch ihre Werke.

Die Ausstellung „Mixing Colours – von Aquamarin bis Zitronengelb" ist im Burggrafiat, Schlossgasse 11, 55232 Alzey zu besichtigen. Die Galerie hat montags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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