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Kirchen in Alzey

Im Mittelalter gab es in der Stadt 7 Kirchen und Kapellen, wovon 3 zu Klöstern, eine zum Schloß und eine zum Hospital gehörten.


Die älteste der heutigen Kirchen ist die Nikolaikirche am Obermarkt. Sie wird erstmals 1350 als Kapelle des pfalzgräflichen Hofes erwähnt, der sich auf dem heutigen Obermarkt befand. An Stelle der Kapelle der Kapelle erbauten wahrscheinlich die Alzeyer Baumeister Eseler in ungefähr 70 Jahren, von 1420-1499, die Nikolaikirche als Pfarrkirche. In der Zeit der Reformation wird 1556 aus ihr eine evangelische Kirche, zuerst lutherischen Bekenntnisses, später 1563 reformiert. Zahlreiche Bildnisse und Altäre verschwanden damals aus der Kirche. Nur eine spätgotische Steinfigurengruppe, die die Grablegung Christi darstellt, ist heute noch vorhanden und steht im Turmeingang.

Den 30-jährigen Krieg überstand die Nikolaikirche verhältnismäßig gut. Aber 1689 wurde sie von den Franzosen unter ihrem General Melac völlig zerstört. Nur Teile des Chores und des Langhauses wurden mit einem Notdach versehen und dienten fast 150 Jahre lang der Gemeinde zum Gottesdienst. Erst 1844-1848 erbaute man unter der Leitung des Stadtbaumeisters Rhumbler die jetzige Kirche wieder auf. Der heutige Turm mit einem spitzen, hohen Dach stammt aber erst aus den Jahren 1905/06. Er wurde 1984 einer gründlichen Renovierung unterzogen. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde das Kirchenschiff leicht beschädigt und deshalb in den Jahren 1952-1956 sowie1965 renoviert.  

Weitere Informationen unter www.alzey-evangelisch.de

Nikolaikirchezoom
Nikolaikirchezoom
 

Die 1728/29 - 1737 erbaute ehemalige lutherische Kirche, wird wegen ihrer im Vergleich zu den anderen Kirchen Alzeys geringen Größe auch "Kleine Kirche" genannt.

Die Lutheraner bildeten bis zu ihrer Vereinigung mit den Reformierten zur „Evangelisch-Protestantischen Kirche in Rheinhessen“ 1822 die kleinste (etwa 20% im 18. Jh.) und ärmste der drei christlichen Gemeinden Alzeys. Da sie keinen Anteil am Kirchenvermögen hatten, mussten die Lutheraner, nachdem ihnen 1685 das Recht zur freien Religionsausübung gewährt worden war, ihren Kirchenbau selbst finanzieren. Spenden der Gemeindemitglieder und Geldsammlungen bei Glaubensgenossen im In- und Ausland, die die Alzeyer Kollektanten bis nach Reval führten, ermöglichten ihnen den Bau ihres Gotteshauses.

Der schlichte, barocke Saalbau mit seinen umlaufenden Emporen und der die Stirnseite des Raumes dominierenden Kanzel entspricht in seiner nüchternen Zweckbestimmtheit ganz den Prinzipien eines protestantischen Kirchenbaus. Die Kirche ist Gemeinderaum, der auf die Predigt hin konzipiert ist. Zu den besonderen Ausstattungsstücken der „kleinen Kirche“ gehört eine Orgel der bekannten Hunsrücker Orgelbauerfamilie Stumm aus dem Jahr 1737.

War es zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Spendenbereitschaft der Glaubensgenossen, die den Bau der Kirche ermöglichte, so ist es heute das bürgerschaftliche Engagement des „Fördervereins Kulturdenkmal Kleine Kirche Alzey“, das die Renovierung und die Erhaltung des Denkmals sichert.

Kleine Kirchezoom
Stumm-Orgelzoom
 

Die St. Josephkirche ist die Pfarrkirche der katholischen Gemeinde zu Alzey. Der heutige Neubau wurde 1964-1966 erstellt. Vorher standen an der gleichen Stelle Kirchen, die dem heiligen St. Joseph gewidmet waren. Die erste wurde 1703-1740 erbaut und gehörte zu einem Kapuzinerkloster. Die vorletzte Kirche stammte aus dem Jahre 1840.  

Weitere Informationen unter www.alzey-katholisch.de

St. Josephkirchezoom
 

Auch die jüdische Gemeinde besaß früher eine Synagoge in unsere Stadt. Im Jahre 1791 stiftete Elias Levi der jüdischen Gemeinde, die sich bisher in verschiedenen Privathäusern zum Gottesdienst getroffen hatte, eine Synagoge in der Spießgasse. 1852-1854 ließ sich die jüdische Gemeinde, die inzwischen auf fast 50 Familien gewachsen war, durch Kreisbaumeister Rhumbler in der Augustinerstraße 5 eine neue Synagoge im „maurischen Stil“ erbauen. Am 10. November 1938 wurde diese Synagoge von Nationalsozialisten in Brand gesetzt und zerstört. Die Ruine wurde inzwischen abgerissen und an der Stelle 1966 eine Gedenktafel angebracht.

Gedenktafeln an der ehemaligen Synagogezoom
 
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